Future Commerce Blog

3 wichtige eCommerce Trends 2011 – Teil 1

Das Web erfindet sich mal wieder neu. In den letzten zwei Jahren hat das Thema “Suchmaschine” rapide an Aufmerksamkeit gewonnen, mehr als insgesamt in den letzten zehn Jahren. Dieser Trend ist nicht zuletzt Google´s Innovationen zu verdanken. Aber auch die Konkurrenz aus Redmond stattet Ihre Suchmaschine Bing mit immer mehr Funktionen aus. Dies sieht Google genauso und deshalb beschreibt Google´s CEO Eric Schmidt Bing als “biggest problem” und Konkurrenz. In einem Interview mit dem Wall Street Journal gestand Schmidt ein, dass Bing eine sehr gute und ernstzunehmende Suchmaschine ist. Google besitzt den größten Marktanteil im Suchmaschinenbereich, allerdings werden sie Microsoft und deren Entwicklung im Suchmaschinenbereich genau beobachten.

Aber auch Nutzer haben durch ihre Anforderungen und Wünsche das Web beeinflusst. So ist das Thema “Social Media” 2010 durch Facebook und Twitter dominierend. Die Popularität dieser Seiten reflektiert die sich ändernden Bedürfnisse der Benutzerinnen und Benutzer des Webs sehr gut. Es wird sich zeigen, wie sich das Web weiterentwickelt. Wird es von wenigen Großen beherrscht? Oder wird es sich weiter so entwickeln wie seit den späten Neunzigern?

Ich denke es beginnt ein neuer Zeitabschnitt im Web und ein sehr wichtiger. Für mich gibt es drei wichtige eCommerce Trends für das Jahr 2011.

Preis ist King

Der Treiber des Kaufs hat sich ebenfalls in den letzten Jahren verändert. Das Web hat sich zu einem Markt entwickelt, in dem Preise dominieren und transparent sind und der Kauf über teilweise branchenspezifischen Produktvergleichsplattformen (bspw. medizinfuchs.de für Arzneimittel) mit wenigen Klicks abgewickelt werden kann. Für eCommerce Firmen ist die Differenzierung über den Preis gegenüber der Konkurrenz ein Weg, wobei dieser zunehmend schwieriger wird. Ein Brand (Marke) war ein gutes Zugpferd, um Kunden anzulocken und zum Kauf zu bewegen, aber die Loyalität der Kunden gilt nicht mehr den Brands, sondern den Preisen! Viele Suchmaschinenoptimierungsstrategien haben lange von der “Marken-Vorliebe” des Google Suchmaschinenalgorithmus profitiert. Google CEO Eric Schmidt bestätigte dies  in einem Vortrag. Viele Spamseiten mit Markennamen besitzen mittlerweile ein höheres Ranking, da diese mehr Content bieten und somit für Google relevanter sind (“Content is king”).

Die letzten zwei Jahre zeigten, dass die Käufe der Kunden nicht so stak wie geüwnscht durch die Marke beeinflusst wurden. Heute schauen die Konsumentinnen und Konsumenten online nach Rabatten, Incentives, Coupons (s.h. große Beliebtheit von Groupon) oder einfach nach versandkostenfreier Lieferung. Man wird sehen, wie auch diese Entwicklung wieder das Thema SEO beeinflussen wird.

Die folgende aktuelle Statistik (Q3/2010) von comScore zeigt, dass der Kauf auf verschiendenen Plattformen zu und die Markenfokussierung abnimmt.

comScore Auswertung Q3 2010

comScore Auswertung Q3 2010

In der Vergangenheit versuchte Google stark Preissuchmaschinen durch eigene Angebote (bspw Google Products) aus dem Markt zu verdrängen. Diese aber haben in den letzten zwei Jahren erheblich an Boden gewonnen. Diese Entwicklung bestätigt, dass Konsumenten immer mehr nach Rabatten und günstigen Angebote suchen, bevor sie kaufen.

+30% Unique Visitors seit Q3 2008 verbuchten Produktsuchmaschinen

+30% Unique Visitors seit Q3 2008 verbuchten Produktsuchmaschinen

Basis dieses Trends ist der grundsätzliche Wunsch nach versandkostenfreier Lieferung des Konsumenten. In der Vergangenheit war die versandkostenfreie Lieferung eine Möglichkeit sich von der Konkurrenz abzusetzen, wie es Zappos über Jahre verfolgte und Zalando übernommen hat. Doch heute brechen fast 51% der Online Konsumenten Ihren Bestellvorgang ab, wenn keine versandkostenfreie Lieferung angeboten wird. Dazu kommen 70% der Online Konsumenten, die keine Versandkosten höher als ca. 4 Euro akzeptieren.

Höhe der akzeptierten Versandkosten

Höhe der akzeptierten Versandkosten

eCommerce Anbieter, die nicht über den Preis konkurrieren wollen oder können, müssen sich einen anderen Weg zur Wettbewerbsfähigkeit suchen. Preisnachlässe sind effektiv, aber auch Anreize für Wiederkäufer  (bspw. Amazon Prime, Zappos VIP) können ein Weg sein. Wenn weder Preisnachlässe, noch die versandkostenfreie Lieferung möglich sind, sollten sich die Verantwortlichen sich jetzt ernsthaft eine Strategie überlegen. Überzeugen sie durch einen sehr guten Kundenservice? Macht das einkaufen auf ihren Seiten einfach Spass, weil es viele Widgets gibt?

Video und visuelle Suche

Zu Anfang war das Web rein textbasiert bzw HTML -basiert. Doch auch hier gab es eine starke Entwicklung in Richtung Video und Bilder, um Informationen schnell und einfach zu visualisieren. Das beste Beispiel: YouTube. YouTube ist mittlerweile die zweitgrößte Suchmaschine weltweit. Der Erfolg basiert nicht nur auf belustigende Tiervideos ….

eCommerce kann genauso von Videos profitieren.

Statistiken von Bing zeigen, dass Konsumenten Informationen 30 % schneller aufnahmen, wenn diese durch eine Kombination von Videos und Text vermittelt wurden, statt rein textbasiert. 65% der Menschen sind visuelle Lerner!

Für mich besteht kein Zweifel, dass Videos ein Conversion Tool sind. Eine weitere comScore Studie zeigt, dass ein online Shoppingerlebnis unterstützt durch Videos bei 64% der Besucher einen Kaufanreiz auslösten und zudem die Verweilsdauer auf der Seite erhöhten.

Video der Umsatzbooster

Video der Umsatzbooster

Neben dem Shoppingerlebnis, sind Videos hilfreich für die SEO-Strategie. Durch Videos kann man seine Präsenz im Web erhöhen, bspw durch das Zeigen der Videos auf YouTube, Vimeo, Facebook und zusätzlich werden sie auf den Suchergebnisseiten bei Google, Bing und Yahoo angezeigt.

Der visuelle Suche sollte zusätzlich Aufmerksamkeit geschenkt werden. Das Internet ist eventuell fast flächendeckend Ende 2011 verfügbar und die Bandbreite der Anbindung der einzelnen Haushalte steigt auch, womit Webtechnologien eine neue Möglichkeit der visuellen Suche, sowie neue, höchst effektive Tools für den Einkauf und dem Produktvergleich möglich sind. Bing bietet bereits eine Beta-Seite der “Visual Search” an.

Bing´s visuelle Suche

Bing´s visuelle Suche

Aber auch Google ist natürilich aktiv und hat vor wenigen Wochen den Launch von boutiques.com bekannt gegeben.

Eine Seite, die maschinelles Lernen verwendet, um visuell den Geschmack des Konsumenten zu analysieren und Produkte vorschlägt, die dem Konsumenten gefallen.  Aber boutiques.com geht noch einen Schritt weiter als die visuelle Suche und bietet die Möglichkeit seinen eigenen Look auf Basis von aktuellen Trends, anderen Konsumenten und Trends zusammenzustellen. (s.h. smatch.com).

Google´s Boutiques.com

Google´s Boutiques.com

Amazon hat ebenfalls eine visuelle Suche für den Schuh-Bereich angekündigt!

Innovative eCommerce Firmen werden in Zukunft Videos und visuelle Suchmöglichekiten anbieten müssen. Warum? Die Kunden werden es fordern!

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