Future Commerce Blog

EuroShop 2011 – Ein Messebericht

Auf der Suche nach Trends, bahnbrechenden Entwicklungen und Aha-Effekten auf der Euroshop habe ich den Highscore bei letzteren – also den Aha-Effekten – erzielt.

Ich bin mir völlig darüber im Klaren, dass die Messe “Shop” im Namen trägt und ihre Wurzeln im Stationärhandel hat. Ich weiß auch, dass es reichlich andere und sehr gute Messen gibt, die sich mit eCommerce und Versandhandel beschäftigen. Und: Von Multichannel etc. habe ich schon viel gehört und einiges gesehen;-) Aber: Wo war das Thema Online bzw. wo war die Verbindung, Verknüpfung zwischen Retail und eRetail? Von Stationärseite aus, meine ich.

Man möge mir helfen und meine Verwirrung auflösen:  Wie weit sind “alte Welt” und “neue Welt” wirklich voneinander entfernt? Leben einige (und wie viele?) Stationärhändler in einer eigenen, isolierten Welt? Und erleben sie den Online-Handel zuweilen als wirkliche “Bedrängnis”, wie auf der Seite der Euroshop zu lesen ist und nicht als Chance? Nun, wer eine Idee, der möge sich bitte melden!

Jetzt aber zu meinen 3 persönlichen Aha-Erlebnissen auf der Messe (die ihr Zuhause mehr auf der Fläche haben):


Interaktive Produktpräsentationen

Sie kommen an einem Regal vorbei, nehmen das Produkt in die Hand und auf einem Display erscheinen zusätzliche Informationen wie Angaben zum Material, zu technischen Details, Farb- und Ausstattungsvarianten. Sie können auch den anderen Weg gehen und zunächst an einem Display selektieren, welche Features Ihr Wunschprodukt haben soll und bekommen die Vorschläge lichtblinkenderweise päsentiert: Die Treffer werden illuminiert. In der “Online-Welt” würde man das Produktsuche nennen.

Je nachdem, ob die Lösung gleichzeitig zur Warensicherung dient oder nicht, ist das Produkt mit einem (Lade- und Sicherungs-) Kabel verbunden (z.B. bei Duonell) oder nicht. Bei nicht kabelgesicherten Produkten erkennen Sensoren im Regal (z.B. bei SellScreen und vistasys), welches Produkt in die Hand genommen und ob es an einen anderen Platz zurückgelegt wurde oder nicht. RFID sei Dank. So lässt sich hervorragend auswerten, welches Produkt wie lange in der Hand des Kunden war.



Ich habe bei den von mir besuchten Ausstellern die Verbindung zu Online Ressourcen vermisst. Ob es sich um Produktrezensionen oder Verfügbarkeiten im Online Shop des Retailers handelt war dabei nicht so wichtig. Mir scheint, dass im Moment die Stand-Alone-Lösungen stärker gefragt sind.


Gesichtserkennung zur Alters- und Geschlechtererkennung

Gesichterkennungssysteme sollen dem Storebetreiber Aufschluß darüber geben, wieviele Kunden nach Alter und Geschlecht seinen Laden betreten. Im Eigenversuch wurde das Geschlecht zu 100% erkannt, das Alter hingegen weniger. Entweder Mid-Age oder 40 +/- 13. Aber ganz ehrlich: Das kriegt der Computer nur besser hin, wenn er den digitalen Ausweis scannt oder der Kunde per foursquare oder gowalla freiwillig eincheckt.

Zur Ermittlung der Verweildauer im Geschäft müsste der Kunde am Ausgang wieder identifiziert werden. Datenschutzrechtlich nicht zulässig. Der Weg zum registrierten Kunden und der Anlayse seines Kaufverhaltens im Stationärhandel ist also noch weit…


Self Check Out

Tja, was soll ich sagen.. Self Check Out ist an vielen Orten ein Thema. Geräte, die aussehen wie in den Zaubertrank gefallene Geldautomaten mit Gemüsewaage (sorry, wirklich); ohne Überwachungspersonal kaum zu betreiben.

Wanzl zeigte wohltuenderweise eine spannende Lösung (smart shopping) im Messe-Einsatz, die nicht nur designseitig bemerkenswert ist (Fotografieren wurde nicht begrüßt). Die in den Einkaufswagen gelegten Produkte werden in einer Schleuse “ausgelesen” (RFID sei Dank), die erst nach vollständigem Scan öffnet und die “Weiterfahrt” ermöglicht. Die Daten erhält ein Bezahlterminal an dem der Kunde nochmals überprüfen kann, ob all das im Wagen ist, was berechnet werden soll.

War die Bezahlung erfolgreich, öffnet die letzte Schleuse und das Geschäft kann verlassen werden. Das Warenwirtschaftsystem weiss spätestens in der Schleuse, wieviele Artikel welcher Art noch im Regal sind und kann den Nachschub veranlassen.

EuroShop 2011; noch bis zum 2.3.2011 in Düsseldorf

Comment (1)

  1. Mai 3, 2012 - 23:30 - von Noch mehr Online-Features für Retail – future commerce

    […] Sie auch: Euroshop 2011 – Ein Messebericht Displays und Interfaces von […]

Wir freuen uns auf Ihren Kommentar