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Girogo – oder: Geldkarte reloaded

Ab April in einigen Regionen, bis zu Ende des Jahres fast flächendeckend: girogo kommt! Der deutsche Kreditwirtschaft rollt die Prepaid-Karte mit NFC-Chip aus.

In den nächsten Jahren sollen alle 45 Mio. Sparkassenkarten gegen diese mit NFC-Technik ausgetauscht werden. Ein großer Fortschritt für NFC, allerdings trotz großer Beachtung in den Medien etwas zu kurz gesprungen: Beim näheren Hinsehen ist girogo eine (die gute alte) Geldkarte, die in den Zaubertrank gefallen ist.

Ohne Zweifel: Der Bezahlvorgang für Kleinbeträge bis 20 Euro ist in gut einer Sekunde – und damit schneller als mit der Geldkarte –  erledigt. Das ist es aber auch schon in dieser Aubaustufe. Dabei bieten sich gerade jetzt hervorragende Möglichkeiten um das Mobile Payment gehörig nach vorne zu treten. Die Sparkassen genießen ein hohes Vertrauen bei den Kunden und könnten diese dazu nutzen, wirkliches Mobile Payment (inklusive einer Wallet-Lösung) voranzutreiben.

Was braucht es dazu? Mindestens:

  • Günstige Händlerterminals und möglichst geringe Transaktionskosten (bei der Geldkarte sind es nach meinen Informationen 0,3% – und trotzdem nutzt sie kaum jemand – außer zum Zigaretten-Kauf am Automaten), damit die Händler mitmachen. Das gilt aus meiner Sicht ganz besonders für die kleineren.
  • Eine strategische Zusammenarbeit (der Sparkassen) mit einem Hersteller von Smartphones und einem passenden Netzbetreiber.
  • Perspektivisch: Eine schlaue Integration der gängigen Bonus- und Loyalty-Systeme

Während die anderen Marktteilnehmer sich über Standards streiten und sich gegenseitig blockieren: Loslegen. Es kann funktionieren!