Future Commerce Blog
Zukunft1

Hallo 2014 und Co.! Wo geht es lang in der Zukunft? (1)

Das Jahr neigt sich mehr oder weniger dem Ende. Zeit für massiven Weihnachts-Shopping-Terror (der nun bald auch aus der Luft “drohnt”), gute Vorsätze, Rückblicke, Ausblicke und Wunschzettel. Auch im elektronischen und analogen Kommerz ist das die Saison der Prognosen, Trends und Aussichten für das nächste Jahr und die folgenden Jahre.

Wenn wir über Trends reden, dann werden die neuen auch die alten Trends sein. Über SoLoMo, Multi-, Omni- und Cross-Channel dürften eigentlich nicht mehr zu viele Worte verloren werden. Ebenso Wallets und kontaktloses Bezahlen. In allen Fällen ist davon auszugehen, dass der Handel insgesamt ein Stückchen weiter kommen wird. Ob es der Kunde, Konsument oder User dann auch registriert und annimmt und die Themen in breiteren Bevölkerungsschichten Normalität werden, darf zumindest für die kommenden 12 Monate bezweifelt werden. Nicht alles, was in Fachkreisen diskutiert und gehyped wird, kommt auch bei den Verbrauchern – um die es ja letztendlich geht – an.

An dieser Stelle könnten man nun schliessen und auf die Trendschauen von vor einem Jahr verweisen, was tatsächlich zu einfach wäre.

Nun ist (leider) keiner bei future commerce mit hellseherischen Fähigkeiten gesegnet, was den Blick in die Zukunft mehr oder weniger zur Glaubensfrage macht. Auf jeden Fall aber lohnt es sich einen genaueren Blick auf einige Entwicklungen und Phänomene zu werfen, die hohes Potential haben, den Handel in Teilen und insgesamt nachhaltig zu verändern. Daher beginnt mit diesem Beitrag eine 3-5 teilige Serie, die Ihre Aufmerksamkeit auf genau diese Entwicklungen und Phänomene lenken will. Teil 1 von “things to watch” also heute:

 

 

1. Selektive Vertriebsmodelle

Nicht jeder Hersteller möchte, dass seine (Premium-) Marke aus niederen Umsatzmaximierungsbeweggründen verramscht. Sicher, Umsatz ist wichtig – auch für den Hersteller, die Marke. Allerdings sind zu billige Verkäufe (nahe oder unter dem Einstandspreis) mittel bis langfristig der Tod der Marke. Lange aufgebautes und teuer erarbeitetes Markenimage erodiert und das macht letzten Endes auch dem Handel (elektrisch oder aus Ziegeln) keinen Spaß mehr.

Daher ist es nicht verwunderlich, wenn Marken (wie z.B. Adidas) sich sehr gezielt die Händler aussuchen, die ihre Produkte vertreiben dürfen. Ideal im Sinne der Markenführung und der Imagebildung ist tatsächlich das eigene Vertriebsnetz. So kann man am besten sicherstellen, dass der wertige Artikel adäquat präsentiert und zu den festgelegten Preisen verkauft wird.

Weitere – gerade hochwertige – Marken folgen. Mit dem Effekt, dass es dann für einige Händler schwieriger werden wird an die begehrte Ware zu kommen, die so gut geeignet ist, den Händler und sein Sortiment imagemäßig aufzuladen.

Natürlich ist im Falle der Renaissence selektiver Vertriebssysteme und vertikaler Preisbindung der Unmut von Händlern, Kartellwächtern und Verbrauchern zu erwarten – es ist allerdings eine Entwicklung, die wir im Auge behalten sollten.

 

2. Dynamische oder adaptive Preisdifferenzierung

Dynamic Pricing ist so neu nicht. Früher nannte man es Preisdifferenzierung; heute sind die zur Verfügung stehenden Instrumente deutlich besser.

Warum sollte ein Händler nicht den besten Preis verlangen, den er erzielen kann? Das kann in Abhängigkeit von den Preisen des Wettbewerbs erfolgen in dem man Systeme über die Seiten seiner Konkurrenten laufen lässt und sein Angebot genau so justiert, dass sie immer den gewünschten Abstand zu den Konkurrenzpreisen haben. Das ist kein Hexenwerk und mittlerweile Alltag.

Der nächste Schritt ist im Begriff begangen zu werden: Abhängig von der Nachfrage, gewissen persönlichen Eigenschaften des Konsumenten oder Notsituationen aller Art wird der Preis für eine Ware oder Dienstleistung variiert. Der Schlüsselnotdienst macht es schon, 24h-Tankstellen auch: Zu dem Zeitpunkt und in dieser individuellen Situation ist das verfügbare Angebot auch das Beste. Ob es “moralisch” oder “fair” ist, sei einmal dahingestellt.

Eine etwas andere Ausprägung haben wir, wenn große Online-Händler Kunden mit Browsern bestimmter Herkunft andere – also höhere – Preise zeigen als anderen (so sagt man es Amazon nach) oder die Preise abhängig von der Anzahl der Suchanfragen optimiert; in beide Richtungen.

Für 2014 ff. dürfte dieses Thema mehr Drive bekommen – die verfügbaren Daten und die passenden Auswertungsmöglichkeiten im Sinne von Big Data werden dafür sorgen.
3. Identifizierung / Authentifizierung

Auch in 2013 ist es noch unerträglich mühselig als Neukunde in einem Online-Shop einzukaufen. Vom Suchen und Finden einmal angesehen sind es die Registrierung und der Checkout, die einem gehörig den Spaß verhageln. Sie führen dazu, dass man den Einkaufswagen vor der Kasse stehen lässt und in einen anderen Laden geht. Was für den Händler Umsatzverluste bedeutet, bringt dem Shopper reichlich Frust (was auch passiert, wenn man zufällig mal wieder sein Login vergessen hat) – eine Lose-Lose-Situation sozusagen.

Für ein schnelles und sicheres Einkaufen braucht es eine schnelle Registrierung, eine schnelle Authentifizerung, die bestätigt, dass der Kunde auch der ist, der er vorgibt zu sein – und einen schnellen Checkout.

Die Systeme und Methoden, die bereits an der einen oder anderen Stelle zu finden sind (biometrische Verfahren, Express-Checkout-Lösungen, Personalausweiserkennung etc.), sind ein Anfang um Conversion und Sicherheit beim Online zu verbessern und ein Ansatz, den Händler mindestens im Auge behalten sollten.

 

Fortsetzung folgt…

 

(Photo: iStockphoto.com)

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