Future Commerce Blog

Kann Social Commerce die Einkaufsstraße
beleben?

Mark Holenstein

 

Ein Gastbeitrag von Mark Holenstein,

Vice President Central Europe hybris AG.

 

Noch vor kurzer Zeit bedeutete Einkaufen für viele, sich mit Freunden in einer Einkaufsstraße zu treffen, zu bummeln und  zwischendurch vielleicht   noch einen Kaffee trinken zu gehen. Auch wenn diese Zeiten wunderschön waren, wird das Shoppen mit  Freunden immer weniger. Denn heute      sind wir meist viel zu beschäftigt oder wohnen zu weit von unseren Einkaufsfreunden entfernt.

Das Shoppen in Einkaufsstraßen wird seit Neustem durch das Internet ergänzt oder sogar ersetzt. Wir brauchen nur „Social Shopping“,  „Collaborative Shopping“ oder „s-Commerce“ im Internet eingeben und schon können wir zusammen mit unseren Freunden oder  Verwandten auf zahlreichen Webseiten und e-Commerce-Tools einkaufen. Viele der Social Commerce-Technologien verfügen über  Echtzeit-Funktionen wie Chats oder Live Browsing. Für den Anfang ist das nicht schlecht, aber wir können noch sicherlich so einiges  erwarten.

Für jemanden, der Einkaufen immer als ein Erlebnis empfand, wird es spannend sein, zu beobachten, wie Social Shopping zu den Lieblingsaktivitäten heranwachsen und welche neuen Formen es annehmen wird. Wie wird sich Online Shopping auf die Einkaufsstraßen und Shopping-Center auswirken? Einzelhändler müssen lernen, über den Tellerrand zu blicken und ihr Geschäft weiterzuentwickeln. Sie müssen Wege finden, um Social Shopping zu integrieren und den Weg in ihre Läden ansprechend zu gestalten. So werden sie überleben und ihr Geschäft wird sogar neu aufblühen.

Menschen wollen das Einkaufserlebnis in der Straße nicht missen. Sie möchten einfach verschiedene Einkaufsmöglichkeiten haben. Ladengeschäfte sollten weiterhin ein lebhafter und essentieller Kanal sein, sie müssen sich weiterentwickeln und sollten sich nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Konsumenten fordern, seit sie verschiedene Kanäle zum Suchen der günstigsten Produkte nutzen, weitaus mehr. Und genau deshalb müssen Einzelhändler ihre Denkweise darüber ändern, wie sie ihre Kunden mit welchen Anreizen zufrieden stellen und überzeugen können.

Wenn Social Commerce zur Folge hat, dass wir auf den Luxus, mit unseren Freunden Einkaufen zu gehen, verzichten müssen, ist es sinnvoll Social Shopping-Aspekte zu integrieren – wie z.B. eine Social Media-Option in der Umkleidekabine. Wie brillant wäre es, ein Outfit beispielsweise für ein Bewerbungsgespräch oder für eine besondere Abendveranstaltung anzuprobieren und dieses quasi live von der Social Shopping-Gruppe bewerten zu lassen. Und wie wäre es, wenn man die Produkte, die man gut findet oder haben möchte einfach dem eignen StyleFeeder-Profil, während man im Laden sich umschaut, hinzufügt. Oder eine weitere Option könnte sein, Empfehlungen für oder Kommentare zu Händlern oder Marken zu twittern, während man im Ladengeschäft stöbert.

Auch wenn die Möglichkeiten nahezu unbegrenzt zu sein scheinen, sollten Einzelhändler wenigstens über die eine oder andere Option nachdenken, um auch zukünftig erfolgreich sein zu können. Aber wie können sie die Hürde zwischen Online-Kanälen, sozialen Technologien und dem Ladengeschäft nehmen? In Zukunft geht es um Optionen, Erfahrung, Zusammenarbeit sowie die wachsenden Möglichkeiten, die sich durch Social Shopping-Technologien ergeben, auf neue Weise zu nutzen.

Einige Einzelhändler sind bereits auf dem Vormarsch und konzentrieren sich auf die Kundenzufriedenheit, um die Attraktivität und Kundenbindung zu stärken. Nike fand den Mehrwert dieser Aktivitäten schon vor Jahren heraus. Denken wir doch einfach mal an NikeTown und seinen zahlreichen Erfahrungen. Als Nike seine Golf Clubs lancierte, implementierte das Unternehmen einen Driving Range-Simulator, gefolgt wurde diese Aktion von NikeID-Studios und schließlich von dem sozialen Herzstück Nike+. All diese Aktionen sind sehr interaktiv, sozial und machen Spaß.

Diese Beispiele sind keine Erfolgsformel für jeden Einzelhändler, aber man kann von diesen lernen. Einzelhändler sollten sich mit den aufkommenden neuen Technologien auseinandersetzen und auch mal mutig und kreativ sein. Sie sollten ihre Social Shopping-Initiative möglichst simpel halten und sich vorher eine Strategie überlegen, wie sie diese am Leben halten und weiterentwickeln können. Kundenzufriedenheit sollte dabei die höchste Priorität haben. Einzelhändler sollten ihre Ladengeschäft zu einem Zielort machen. Es sollte ein Platz sein, an dem Kunden ihre sozialen Bedürfnisse mit ihrem physikalischen Einkaufserlebnis vereinen können sowie dem Kunden interessant und lohnenswert erscheinen, hineinzugehen.

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