Future Commerce Blog
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Mobile Commerce – Trend, Hype oder Diaspora?

Mobile Commerce oder M-Commerce. Der Trend des Jahre 2010, 2011, für 2012 und darüber hinaus. Bei aller Euphorie, den aktuellen technischen Möglichkeiten und den (Umsatz- und Ertrags-) Potentialen, sollten wir aktuell doch die Kirche im Dorf lassen.

Warum? Dafür habe ich 4  Gründe:

1. Die Anzahl der mobilen Endgeräte
Zwar sind rund 9 von 10 verkauften Telefonen zur Zeit Smartphones; jedoch besitzen nach einer von der Welt am Sonntag bei der GfK in Auftrag gegebenen Studie nur 18% der Deutschen über 14 Jahre überhaupt eines dieser Geräte. 70% besitzen ein herkömmliches Gerät und der Rest kann oder will sich keines leisten. Die Illusion, der großflächigen Abdeckung der Landes mit iPhone und Co. wird durch die beobachtete Dichte in Fachkreisen aufrecht erhalten. ITW sind wir noch nicht so weit.

2. Die Nutzung der Smartphone-Apps
Die beliebtesten Applikationen für das iPhone sind: Spiele und Unterhaltung.Das stärkste Wachstum erfahren Business-Applikationen. Letzteres liegt unter anderem daran, dass immer mehr Smartphones – und gerade das iPhone in Organisationen eingesetzt werden.

Außerdem sind weniger Applikationen im regelmäßigen Einsatz, als man denken möchte: 46% der Befragten (Fach- und Führungskräfte) nutzen maximal 3 Applikationen mindestens einmal pro Woche.

 


3. Der QR-Code Hype

Zwar werden im Zusammenhang mit der Nutzung von QR-Codes (Marketing und Shopping) enorme Steigerungsraten genannt, die Realität sieht zur Zeit aber ungefähr so aus: 18 Prozent (siehe oben) der Bevölkerung haben ein Smartphone, eine unbekannte, aber deutlich geringere Anzahl verfügt über einen QR-Code Reader auf dem Gerät und nicht alle davon nutzen ihn. Oder sie lassen es bleiben, nachdem der erste Scan nur zur nicht auf das Endgerät angepassten Homepage führt – ohne Zusatznutzen.

4. Das Missverständnis
Mobile Commerce heißt nicht, dass der Kunde tatsächlich unterwegs einkauft; jedenfalls nicht ausschließlich. Es heißt, dass er ein mobiles Endgerät benutzt. Und das passiert häufig auf dem Sofa: Mobile Commerce ist häufig Couch Commerce. Einige (rund ein Drittel) kaufen mobil in einem Geschäft ein. Sie haben wahrscheinlich das günstigste Angebot im Netz angenommen, nachdem sie sich im Fachgeschäft haben beraten lassen;-)

 

 

Und jetzt?
Kein Grund zum Pessimismus! Die Technik ist nur deutlich weiter, als die Realität in Shop und Handfläche. Handel und Kunden brauchen etwas länger… und die Alternativenvielfalt beschleunigt Entscheidungen überhaupt nicht.

 

(Charts: www.statista.de und www.comscore.com)