Future Commerce Blog

NEOCOM 2012 – ein Nachbericht

Was war los in Wiesbaden?

In einem Satz: Nicht so viel wie in den Vorjahren. Die Gänge auf der Messe waren an beiden Tagen erstaunlich leer. Das kann an den verbreiterten Gängen und nicht vermieteten Standplätzen gelegen haben. Oder daran, dass einfach weniger Besucher da waren. Oder an beidem.

Sicher, der Veranstaltungskalender 2012 ist rappelvoll – für Aussteller, Speaker und Bescher; man kann theoretisch ab Spätsommer des Jahres bis Ostern 2013 nicht einen Tag im Büro verbringen, wenn man alles mitnehmen will. Und da wird es dann schwer die Veranstaltung(en) zu finden, die alles bietet/bieten: Spannende Vorträge, Inspiration, gute Kontakte, neue Kunden oder Interessenten und wirkliche Neuigkeiten.

Die diesjährige NEOCOM war vor allem Eines: Ein Familientreffen. Eine gute Gelegenheit alte Wegbegleiter, Kollegen, Geschäftspartner, Kunden zu treffen. Nach 20 Jahren “Distanzhandel” kann ich mir für mich den Begriff “Veteranentreffen” nicht verkneifen. Ein schönes Zitat ist in diesem Zusammenhang ist: “Wo sonst habe ich die Möglichkeiten mich so entspannt und unkompliziert mit Kollegen treffen und austaschen?” – Eine Netzwerkveranstaltung, die noch an Qualität gewinnt, wenn man am Abend die richtige Party und den richtigen Tisch erwischt hat;-)

Und sonst?

Ernste Gesichter und Unsicherheit. Unsicherheit bei Besuchern und Ausstellern – gefühlt und vermutlich nicht repräsenativ. Unsicherheit hinsichtlich der Frage, wo man sich denn im nächsten Jahr trifft. Wo werden die Kunden sein? Wo die Kollegen? Wo die Marktbegleiter. Aus Kreisen der Payment-Anbieter habe ich gehört: “Wir probieren im nächsten Jahr die DMEXCO; da sind viele Händler.”
Ein gutes Argument – ich würde es an ihrer Stelle vermutlich auch tun.

Anbieter aus dem Bereich Druck haben es da eventuell etwas schwerer, und werden sich vielleicht auf die Mailingtage konzentrieren. Übrigens: Ein kleiner Hinweis an die, die gerade geschmunzelt haben: Auch ein sehr großer Schuhversender mit Hang zur inflatonären Sortimentserweiterung druckt. Und legt seine Magazine/Katalog den Paketen bei. So ganz digital geht es dann doch nicht. Auch nicht für “Pureplayer”.

Warten auf die Herde

Was passiert, wenn wir nicht wissen wohin? Wir warten auf die anderen. Wo die Herde hinzieht, ziehen wir auch hin. Dumm nur, dass die Herde (wer das auch immer sein mag) gerade kein klares Ziel hat.

Der klassische Versender – die wohl ursprüngliche Zielgruppe des Versandhandelskongresses – fühlt sich zuweilen etwas überfordert ob der Vielzahl der Möglichkeiten, die sich insbesondere technisch und elektrisch (ich meine “elektrisch”) bieten und neigt zu gedanklichem Mauerbau. Der vollelektronische Händler belächelt die Katalogversender und fühlt sich auf dieser Veranstaltung vemutlich fehl am Platz.

Also wohin?

Dahin wo Sie glauben, dass Ihre Kunden oder wichtigen Ansprechpartner sind. Versuch macht klug – bis sich jeder auf der Bühne wiederfindet, die die richtige für ihn ist. Bis dahin kann man schon mal das eine oder andere mal daneben gegriffen haben.

Was fehlt?

Vorangehen wäre eine gute Idee – was Veranstaltungen und besonders Ideen und Innovationen in dieser Branche angeht. Eines ist allen gemeinsam: Der Handel über die Distanz (klingt langweilig, trifft aber den Kern). Ob elektrisch, elektronisch, unter Einsatz des Telefons oder des Katalogs. Abwarten und gebannt auf die großen (und bösen) Unternehmen mit “a” und “z” zu blicken hilft nichts.

Wie sagte ein alter Schulfreund, der jetzt Schauspieler ist in einem seiner Stücke: “Manchmal ist der Einzige nur der Erste.”

In diesem Sinne…

 

 

 

 

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