Future Commerce Blog
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Omni Commerce – oder: Warum es an der Zeit ist über den Tellerrand zu schauen

Der Eine sagt Multi-Channel, der andere Pure-Player. Couch-Commerce ist Trend, Mobile auch. Retailer haben Angst vor Onlinern. Für alles gibt es eine App.

 

Die (e)Commerce-Landschaft ist alles andere als übersichtlich und ideologiefrei. Händler, welcher Art auch immer, scheinen den Überblick über Trends, Technologien und wirklich erfolgversprechende Strategien und Konzepte zu verlieren – gerade sie sollten eigentlich den Überblick haben, oder?

 

In dieser enormen Vielfalt gibt es viele Meinungen und Ansichten, welche Technologie, Philosophie oder Strategie die richtige ist; was nicht unbedingt transparenzerhöhend ist oder sicherer in der Entscheidung macht.

 

Und jetzt präsentieren wir eine neue Heilslehre oder mit Löffeln verspeiste Weisheit und verschlimmbessern die Begriffslandschaft?

 

Auf keinen Fall!

 

Omni Commerce ist eine Betrachtungsweise, die imaginäre Grenzen außer Acht lässt und das ganze Gebilde (e)Commerce mit einer kürzeren Brennweite betrachtet: Quasi durch ein Weitwinkelobjektiv und aus einer objektiveren Perspektive. Wir glauben, dass die Zeit mehr als reif dafür ist.

 

Was ist denn nun Omni Commerce?

Omni Commerce ist,

  • die KUNDENFOKUSSIERTE Betrachtungsweise und Gestaltung
  • ALLER relevanten Prozesse des (Einzel-) Handels
  • über die GESAMTE Wertschöpfungskette
  • unter Berücksichtigung aller verfügbaren und zielführend einsetzbaren INFORMATIONEN mit dem
  • ZIEL, die jederzeit beste und nachhaltig wirtschaftlichste Gesamtlösung aus unendlich vielen Optionen zu realisieren;
  • UNABHÄNGIG von Raum, Zeit, Medium oder Technologie.

 

Warum?

 

Der Handel oder Commerce hat mindestens drei Dimensionen:

 

1. Die technische Dimension
Damit sind die Displays genauso gemeint wie Augmented Reality, mobile Tags (wie zum Beispiel QR-Codes), Near Field Communication oder Stimm- und Gestenerkennung.

 

2. Die räumliche Dimension
und die Frage nach dem Ort der Informationsaufnahme, Interaktion, des Kaufs oder der Bezahlung. Alles kann stattfinden in den eigenen vier Wänden, im öffentlichen Raum oder in einem Ladengeschäft. Oder, oder..

 

3. Die Geräte-Dimension
Sei es Tablet, Notebook, Smartphone, heimischer Rechner, elektronischer Kiosk oder das TV-Gerät; alles bietet Möglichkeiten der Interaktion und Conversion.

 

Das Ganze gut gemischt, jedoch selten konsequent über die Dimensionen zusammengeführt, mündet in einer schier erschlagenden Begriffsvielfalt und in Schlagworten-Gewittern mit kaum erkennbarer Trennschärfe aber dafür drumherum gebauter, wenig flexibler Abgrenzungen.

 

Was fehlt?

 

Im wesentlichen zwei Dinge: Worum es beim Handeln und im Handel geht und um den zentralen Player, die wichtigste Determinante im Spiel: Den Kunden.

 

Die uralten Handelsfunktionen haben auch heute noch Geltung: Ob Informationsfunktion, Sortimentsbildungsfunktion oder die Überbrückungsfunktion räumlicher und zeitlicher Art. Und ohne den Kunden geht nichts. Eigentlich klar. Man hat aber den Eindruck, dass bei allem technischen Fortschritt viel zu selten von genau dieser unberechenbaren Spezies als Basis für irgendetwas ausgegangen wird.

 

Deshalb:  5 Thesen zur Zukunft (und für heute)

 

1. Das (End-) Gerät ist irrelevant.
Es spielt keine Rolle über welches Device ein Kauf angebahnt und abgeschlossen wird. Es geht um den Kauf / die Transaktion als solche(n).

 

2. Marketing und (e)Commerce sind untrennbar.
Alle Wege und “Kanäle”, über die der Kunde erreicht wird haben einen “Rückkanal”, der einen Kauf ermöglicht. Und letztendlich geht es immer um den Kauf, die Conversion.

 

3. Emotionen und Bedürfnisse bestimmen Prozesse und Technologien – und nicht umgekehrt.

 

4. Der Konsument kauft wo er will, was er will, wann er will und wie er will – oder eben nicht
…wenn es einfach, schnell und sicher ist und er keine Nahtstellen zwischen den und innerhalb der oben genannten Dimensionen erkennt.

 

Die Shoppingzukunft des Konsumenten ist nahtlos. Es ist Zeit über den Tellerrand zu schauen!

 

Comments (2)

  1. April 25, 2012 - 12:26 - von (R)etail (R)evolution – Trend Report – future commerce

    […] Sie auch: Omni Commerce – oder: Warum es Zeit ist, über den Tellerrand zu schauen […]

  2. November 20, 2013 - 14:57 - von Das älteste Gewerbe der Welt… | future commerce – Das Blog zur eCommerce Zukunftfuture commerce – Das Blog zur eCommerce Zukunft

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