Future Commerce Blog
Signature

Online-Features kommen im Retail an – so langsam

 

Wer mag sie nicht: Registrierte Kunden, die sich in unserem Shop so bewegen, dass wir ihr Verhalten tracken und ihnen auf dieser Basis individuelle Angebote machen, die sie dann hoffentlich auch annehmen.
Die richtigen Daten (erlaubterweise) erfasst und wir wissen wer der Kunde ist und was er mag. Eine solide Basis für mehr Umsatz. In Online Shops lange Alltag, im Geschäft aus Ziegel und Beton eher nicht – um nicht zu sagen, gar nicht.

 

Ob sich Signature, die die Neiman Marcus Applikation erstellt haben, das zusammen mit Neiman Marcus weitblickend im Sinn hatte kann ich nicht beurteilen. Tatsache ist aber, das diese Applikation bisher ungesehene Türen für den Retail geöffnet hat. Vor allem, wenn Informationen über das “Ich-greife-ins-Regal”- und “Ich-legs-wieder-zurück”-Verhalten (siehe den Artikel über Google Analytics im Retail) hinzugefügt werden.
Was kann man nun theoretisch und praktisch mit diesen Mitteln unternehmen und was hat der Händler davon?

 

1. Wissen, wer der Kunde ist
Der Händler weiß, wer im Laden ist. Wann er angekommen ist und wie lang er bleibt. Konversionraten lassen sich hervorragend messen. Vorausgesetzt, der Kunde checkt auch wieder brav aus.

 

2. Wissen, was der Kunde getan hat
Durch den Check In ergeben sich mehr oder weniger gute  Zugriffsmöglichkeiten auf die Kundenhistorie (was hat er / sie gekauft und wann? Online oder Offline?). Das ermöglicht einerseits direkte und personalisierte Angebote über Push-Nachrichten auf das Smartphone. Andererseits – oder gleichzeitig – kann der Verkäufer diese Infos im Gespräch und in der Beratung verwenden.
3. Persönliche (An-)Bindung
Der Kunde weiß (speziell bei der NM App – Details im NM Blog) welcher Verkäufer gerade im Laden und frei ist und kann so auf seinen Lieblingsverkäufer zu gehen. Ein großes Potential für Vertrauensaufbau und Kundenbindung in anonymen Zeiten!

 

4. Verschenkten Umsatz erkennen
In Verbindung mit elektronischen Etiketten (zum Beispiel RFID Chips am Artikel oder im Kleiderbügel) oder getunten Kinects lässt sich hervorragend ermitteln, welche Produkte angesehen oder gegriffen, aber nicht gekauft wurden. Der “Abbrecher” wird messbar.

 

5. Showrooming entschärfen
Showrooming wird ausgehebelt, wenn der Händler auch über ein Online-Geschäft verfügt: Die Ware wird stationär bestellt und nach Hause oder in die Filiale geliefert. Zahlung beliebig. Es besteht die große Chance, den Umsatz im Unternehmen zu halten.

 

6. Den Kunden verfolgen
Targeting wird offline möglich. Der Händler weiß, was der Kunde angesehen, aber nicht gekauft hat und kann versuchen ihn so lange zu stalken, bis er es tut. Auch Online, wenn er schon längst den Laden wieder verlassen hat.
7. Skalierbarkeit
Die Idee ist ausaufähig: Für Einkaufszentren, Outlet-Dörfer oder Innenstädte. (Wir denken übrigens gerade einige Szenarien dazu durch.)

 

Bei der Neiman Marcus App (im Moment leider nur für iPhone erhältlich) erfolgt der Check In via Foursquare; damit steht quasi gleichzeitig die komplette Welt der sozialen Medien offen – mit all ihren Möglichkeit und noch mehr.

 

Einen etwas anderen Weg geht – nebenbei bemerkt –  die Applikation von brouha. Hier braucht es neben der App eine Karte mit RFID-Chip, die von den teilnehmenden Geschäften ausgegeben wird. Der Schwerpunkt ist aber eher die standortbezogene Werbung als die Interaktion mit zum Beispiel dem Verkaufspersonal. Brouha startete übrigens viel versprechend im letzten Herbst. Heute verspricht eine “Haben-Sie-Geduld”-Startseite den (Neu-)Start noch in diesem Monat. Wir sind gespannt.

 

Und jetzt?

 

Jede Lösung für sich bietet bereits gute Ansätze. Für den Anfang. Aber erst im Zusammenspiel, in der sinnvollen Kombination und Integration der (Einzel-)Lösungen kommt der richtige Nutzenturbo!

 

 

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