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RR

Revolution im Retail? Oder: Was war los in Berlin?

Gibt es sie, die Revolution, wie der Kongress-Titel “Retail (R)Evolution”, der am 27. und 28. Januar in Berlin stattfand, verspricht?

Nun, von Innen heraus mit ziemlicher Sicherheit nicht. Zu unbeweglich und langsam ist das, was wir – zumindest in diesem unserem Lande in der analogen Einzelhandelslandschaft – sehen.

Die Revolution, die den klassischen, den stationären Handel trifft, kommt mehr von Außen (vom stationären Handel aus gesehen): Der Wettbewerb oder gar die Bedrohung durch den Online-Handel und das Internet.

Was allerdings zu spüren ist – und das konnten die Referenten auf dem Kongress sehr gut vermitteln: Es gibt Chancen. Und zwar viele. Einige Händler nutzen sie und schaffen den nächsten Evolutionsschritt oder die nächsten Evolutionsschritte. Andere wiederum schaffen Platz für Neues indem sie aus der Kurve fallen, weil sie – wie im Bahnradsport – zu langsam sind. So oder ähnlich funktioniert die Evolution.

Inszenierung, Erlebnisse und Emotionen

So könnte man die Optionen, Chancen und Werkzeuge zusammenfassen, die sich dem stationären Händler (Marken eingeschlossen) bieten um Menschen in den Laden zu locken, dort länger zu behalten und mit reichlich Umsatz wieder zu verabschieden.

Systemvorteile

Noch haben die Geschäfte aus Mörtel und Beton gegenüber dem elektrischen Handel auf einem Sektor bedeutende Vorteile: Sie können alle Sinne des Kunden ansprechen. (Ob sie es dann tatsächlich tun ist eine andere Frage.)

Neben optischen Reizen durch Licht- und Farbdesign kann der Händler hervorragend mit Düften, Sounds und Materialien arbeiten. Passend aufeinander abgestimmt fühlt man sich wohl in den Räumen oder eben nicht. Allein der Geschmacksinn fehlt noch auf der Liste.

Diese multisensorische Ansprache sorgt für Erlebnisse, die wiederum für Emotionen sorgen. Und die Emotionen sind es, die letztendlich im Gehirn verankert sind, durch Reize geweckt werden und zum Kauf führen. Die aktuellen Erkenntnisse aus der Neuro-Ökonomie bestätigen das.

Ein Vorsprung – noch!

Noch können Internet und Online-Handel diese Erlebnisse und Eindrücke nicht bieten – wie gesagt: noch nicht. Online-Handel und Internet können aber die Emotionen und Erlebnisse, die ich aus der persönlichen Begegnung, dem persönlichen Erleben mitgebracht habe wieder wachrufen. Umgekehrt ist es noch nicht möglich eine (multisensorische) Inszenierung allein auf virtuelle und elektronische Säulen zu stellen – Abercrombie & Fitch wäre ohne die Inszenierung im Laden eine eher langweilge Marke. Vorsichtig ausgedrückt.

Eine Frage ist: Wie lange wird es dauern, bis diese (sensorischen) Erlebnisse virtuell geliefert werden können?

Der Vorsprung schrumpft…

 

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