Future Commerce Blog

Shopping Clubs – die Grenzen des Wachstums

Shopping Clubs in aller Munde und auf jeder Bookmark-Liste. Beliebtes Thema im Zusammenhang mit neuen und zukunftsträchtigen eCommerce-Strategien und auf Kongressen. Neue Martteilnehmer stehen in den Startlöchern. Goldgräberstimmung? Wie lange geht das gut?

Mehr Wettbewerb
Es ist immer so: Lässt sich in einem Gebiet gutes Geld verdienen, ist der nächste Wettbewerber nicht weit. Ob aus dem Inland aus dem Ausland; Showroomprive.com will in der 2ten Hälfte des Jahres 2011 nach Deutschland kommen.

Engpaß Ware
Schon jetzt ist es nicht besonders einfach attraktive Marken in den Shop zu bekommen. Die Händler stehen bei den Brands schlange um Überhänge und Restposten aufzukaufen. Je aktueller die Ware desto besser.
Um die Miglieder häufiger den Shop zu bekommen und aus Rosinenpickern Stammkunden zu machen, kommt der Shopping Club nicht mehr umher sich sortimentsmäßig deutlich breiter aufzustellen.

Lernende Kunden
Marken kaufen wird nur noch dann belohnt, wenn man früh im Laden ist und die aktuelle Kollektion so lange tragen kann, bis die restlichen Modelle als Posten hoch rabattiert im Netz landen. Mich persönlich ärgert es, wenn ich den presstabil geglaubten Artikel wenige Wochen später für nur noch die Hälfte erstehen kann – jedenfalls wenn ich zuvor den vollen Preis bezahlt habe. Wenn ich nicht den aktuellste Kracher tragen muss, warte ich und mit etwas Glück bekomme ich ihn schon bald billiger. Das dürfte vielen anderen ähnlich gehen.

Der Konsument lernt, fragt reichlich nach und der Händler freut sich – erst einmal.

Verbrannte Marken

Wenn wir den Gedanken weiterspinnen, könnte ein denkbares Szenario so aussehen:

  • Die Nachfrage nach reduzierter Markenware steigt
  • Die Nachfrage nach regulärer Markenware geht zurück.
  • Der Konsument lernt und weiss, dass er Marke a recht häufig in Shopping Club b sehr günstig erstehen kann. Und kauft nur noch dort.
  • Die Marke verliert ihre Exklusivität und ist langfristig nicht mehr zu regulären Preisen im Netz oder stationär zu verkaufen.
  • Das wiederum führt dazu, dass sie für die Kunden und den Shopping Club an Interesse und Wert verliert.
  • Marke erodiert, verbrennt

Die Spirale dreht sich umso schneller abwärts, wenn der Hersteller als letztes Mittel am Preis dreht um den Umsatz-/Absatzrückgang zu kompensieren.
Damit wird die Marke schneller verbrannt als man gucken kann. Langfristig keine Gewinner. Die sorgfältig aufgebaute Marke erodiert.

Horrorszenario perfekte Mengenplanung

Was passiert, wenn die Industrie es schafft, nur so viel zu produzieren, wie tatsächlich zum Normalpreis gekauft wird? Ich glaube, das wird so schnell nicht passieren. Ich bin davon überzeugt, dass Shopping Clubs und Markenartikler sehr gut miteinander leben können; wenn beide den oben aufgeführten “Teufelskreis” nicht anstoßen und forcieren.

Ausweg?
Wenn man drin ist, wirds schwierig. Ich kann jedem Hersteller empfehlen seine Marke stark und mit Weitblick zu führen und ihren Wert stabil zu halten. Dann haben alle etwas davon: Hersteller, Shopping Club, Schnäppchen Jäger.

Comment (1)

  1. April 12, 2011 - 11:15 - von Andreas

    “Mich persönlich ärgert es, wenn ich den presstabil geglaubten Artikel wenige Wochen später für nur noch die Hälfte erstehen kann – jedenfalls wenn ich zuvor den vollen Preis bezahlt habe”

    Geht mir genauso, aktuell bei vente.. Grunding Ultraschall Zahnbürste statt 39 € nur 24 €. Ich habe bei Conrad 39 € bezahlt

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