Future Commerce Blog

Shopping-Turbo Hybrid TV?

Das Thema ist nicht neu: Konvergenz von Fernsehen und Internet. Vor rund 10 Jahren gab es bereits Anstrengungen, das Fernsehen über einen Rückkanal interaktiv zu machen und dem Zuschauer die Möglichkeit zu geben, den Ablauf von Sendungen mitzugestalten oder seine Stimme für irgendetwas abzugeben („voten“). Private Fernsehsender waren in diesem Feld recht aktiv. Allerdings zu früh unterwegs.

Mittlerweile gibt es reichlich Hybridfernseher in deutschen Wohnzimmern. Also Fernseher, die Fernsehen über einen Breitbandkabelanschluss oder Satellit und einen Internetzugang ermöglichen (Kabel oder DSL). Der Branchenverband BITKOM rechnet für 2011 mit einem Rekordabsatz von Flachbildfernsehern, von denen der Großteil internetfähig sein wird. Die Abschaltung des analogen Satellitenfernsehens im April 2012 wird sicherlich zu einer weiteren Beschleunigung dieses Trends führen.

Und welche Auswirkungen hat das? Ganz platt gesagt: Das hängt von den Angeboten und der Nutzerakzeptanz ab. Ich sehe aktuell auf der offiziellen Website der HbbTV nur wenige wirkliche Kracher: Erweiterter Videotext, individualisierte Nachrichten, Radioanwendungen, VoD, Angebot interaktiver Service-Elemente, diverse ausgewählte Internetservices. Noch. Solange das so bleibt, keine Shopping Revolution zu erwarten!

Dabei bietet sich Hybridfernsehen perfekt für die Generierung von Spontankäufen an:

  • Teleshopping und DRTV-Sender verlagern ihre Bestellungen vom Telefon auf dieses Medium: Zum vorgestellten Artikel sind während der Präsentation Zusatzinformationen abruf- und der Artikel direkt bestellbar. Das ist dann direct response!
  • Contentrelated Einbindung von Angeboten in redaktionelle Beiträge oder Filme und Serien (direkte Bestellmöglichkeit der Simpsons Season 1-12 während die Serie läuft, Angebot des passenden Reiseführers zur vorgestellten Destination).

Ich bin sehr gespannt, ob dieser Trend auch für den eCommerce und T-Commerce als Megatrend herausstellt oder ob sich die Ereignisse der letzten Dekade wiederholen. Ich hoffe ersteres! Jeremy Toeman zeigt sich in seinem Beitrag bei mashable aktuell deutlich pessimistischer…zumindest für Amerika.

Bis Internet und TV so richtig verschmolzen sind, kann man sich mittels tvbuddy („semantisches Fernsehen“) in die Interaktivität begeben: Der Service analysiert Inhalte und Themen der gerade betrachteten Fernsehsendung, sucht passende Inhalte im Web, bereitet sie fernsehspezifisch – passend für das Endgerät – auf und präsentiert sie dem Zuschauer. Shopping ist möglich und gewünscht.

Und schlussendlich – leider nur eine Studie oder Vision – die Herstellung der Interaktivität beim Fernsehen mittels eines MetaMirror der Dubliner Designfirma Notion: Parallel zu TV wird ein iPad verwendet, das im Prinzip das gleich Bild zeigt wie das TV, jedoch ergänzt um zusätzliche Angebote (Informationen, Produkte). Shopping möglich. Für jeden Nutzer / Zuschauer sind individuelle Angebote auf seinem iPad möglich. Beachtenswert!

Comment (1)

  1. Januar 12, 2011 - 1:17 - von Joana

    Lehrreicher Artikel. Cool, wenn man sowas auch mal aus einer anderen Perspektive ansehen kann.

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