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Was war los in Bonn? Der Online-Handel 2013 Recap

Wie das Jahr 2012 zu Ende gegangen ist, so hat das Jahr 2013 angefangen: Mit Multi-Channel. Oder besser Cross-Channel und in der nächsten Ausbaustufe: Omni-Channel. Von mir aus auch No-Line; nach Ansicht von Gerrit Heinemann die Verkaufsform der Zukunft.

Insofern sind die alten Themen gleichzeitig die neuen Themen und ich kann mit diesem Post quasi nahtlos an die Berichterstattung aus Berlin in 2012 anschliessen. OK, SoLoMo darf nicht fehlen. Unternehmen, die mit a beginnen oder mit z übrigens auch nicht.

Für mich persönlich hatte der 2te Kongresstag übrigens eine Überraschung parat. Weil ein Referent kurzfristig ausgefallen war, bin ich in Manfred K. Wolffs Session „Payment, Ordermanagement und Logistik“ eingesprungen nachdem die Nacht wegen der Vorbereitung doch sehr kurz war. Das Ergebnis meines Vortrags „Alles außer Shop – oder warum Fulfillment so wichtig ist und wie Sie erfolgreich wachsen können“ konnte sich sehen und hören lassen. Plaudern aus dem Nähkästchen;-)

Nun aber genug Selbstmarketing – was war denn nun los in Bonn? Was sind die großen Themen in diesem Jahr?


Noch mehr Schirme!

Wenn es nach Alastair Bruce von Google geht, ist 2013 jedenfalls nicht das Mobile Jahr. Es ist das Multiscreen-Jahr und wir werden Nummer 5, nämlich Google Glass noch in den nächsten 11 Monaten sehen.


Sagen Sie a!

Nicht nur 2013 wird das Jahr von amazon, die gesamte Dekade wird die amazon Dekade. Davon geht geht Sucharita Mulupru von Forrester aus. Wir sollten ein Auge auf dynamische Preise haben, die quasi Realtime auf Nachfrage und Wettbewerber reagieren und amazon immer ein kleines Stückchen besser aussehen lassen.

Bitte merken: Dynamic Pricing ist eines DER Themen in diesem Jahr. Big Data hingegen nicht – zumindest nicht nach der Einschätzung von Forrester: (e)Retailer haben immer schon „Big Data“ gehabt und bisher habe niemand den Nachweis erbracht, dass er oder sie Big Data tatsächlich „kann“.


Sozialer Kommerz

ist doch ganz schön schwierig, sagt Will Young von den Zappos Labs. Auch wenn Social Commerce (auf Facebook) von den Mitgliedern so wohlwollend aufgenommen wird wie eine spontan einberufene Verkaufsveranstaltung auf einer Party und die meisten Transaktionen Kühe für die eigene Farm betreffen, gibt es mittlerweile interessante (und recht erfolgreiche) Ansätze. Bei Soldsie zum Beispiel reicht der Kommentar „Sold“ zu einem Angebot in Bildform und der Deal ist gemacht.

Ansonsten ist seine Empfehlung an Händler: Experimentieren!


Ziegel und Mörtel = Tot?

Noch lange nicht und wahrscheinlich überhaupt nicht. Showrooming wird dem stationären Einzelhandel nicht den Garaus machen. Das Shoppen in „richtigen“ Läden ist im Prinzip eine Form von Social Commerce – man kann sich dort auch mit Freunden treffen und zusammen einkaufen.

Trotz (dringend erforderlicher) Strukturanpassungen hat das Geschäft eine Zukunft. Insbesondere dann, wenn der stationäre Handel die technologischen Möglichkeiten nutzt – sagt Alastair Bruce. Der Löwenanteil der Einzelhandelsumsätze werde stationär gemacht – auf absehbare Zeit.


Im Westen was Neues?

Das hätte ich erwartet. Aber es war nun nicht so, dass ich in Bonn den Wow-Effekt erlebt hätte. Der von mir mit Spannung erwartete Silicon-Valley-eCommerce-Trend-Vortrag von Christian Litsch zeigte viel bekanntes.


Und sonst so?

Wenn schon Multi-Channel, Cross-Channel oder Omni-Commerce: Wer es richtig und erfolgreich anstellen will (und seine Wurzeln im Stationärgeschäft hat), der wird nicht umhin kommen, seine Systeme, Prozesse, Strukturen – also alles – genau darauf auszurichten. Das kostet und dauert, ist aber die Basis für ein wettbewerbsfähiges Unternehmen. So spricht Michael Tsifiradis von KPS – als Berater verständlich und überhaupt nicht eigennützig. Ich würde ihm allerdings im Moment nicht widersprechen….

Comment (1)

  1. Januar 29, 2013 - 8:07 - von Was war los in Bonn? Der Online-Handel 2013 Recap | E-Commerce DACH | Scoop.it

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